Photography

Gastbeitrag | Grundlagen der Fotografie

30. April 2017
Grundlagen der Fotografie - Fashionladyloves

Da uns sehr viele Fragen bezüglich der Kamera Grundeinstellungen erreicht haben, war mein Fotograf so nett und hat einen sehr informativen Beitrag über die Grundlagen der Fotografie geschrieben. Mir persönlich hat dieser Beitrag sehr dabei geholfen, endlich meine Kamera richtig zu verstehen. Danke Mathias für diesen sehr hilfreichen Beitrag. Und euch liebe Leser wünsche ich viel Spaß beim Lesen und Lernen! 

Autor: Mathias

Grundlagen der Fotografie

Blende? ISO? Belichtungsprogramme? Was ist das? Diese Frage stellen sich so einige, die Interesse an der Fotografie haben oder den Automatikmodus ihrer Kamera Adieu sagen wollen. Da uns einige solcher Fragen erreicht haben, hab ich mich dazu entschieden, einen Beitrag über die Grundbegriffe der Kameraeinstellungen zu schreiben. Dies ist zwar ein sehr trockener Beitrag, hilft aber die Kamera besser zu verstehen. Chronologisch hätte dieser Beitrag sicher besser am Beginn der Serie gepasst, aber wer will denn schon mit zu viel Theorie anfangen. Zu Beginn nehmen wir mal die Grundbegriffe der Kamera und Fotografie unter die Lupe.

Belichtung:

Die Belichtung eines Fotos setzt sich aus drei Faktoren zusammen. Der ISO (Sensorempfindlichkeit), der Verschlusszeit und der Blende. Die Einheit dieser drei Faktoren ergibt in Verbindung mit der Hardware (Kamera und Objektiv) und dem Motiv schlussendlich ein Foto. Um korrekt belichtete Fotos zu erzeugen, bieten sich dem Fotografen mit seiner Kamera nun drei Möglichkeiten an, um ein gutes Bild zu erzeugen. Man kann entweder mit der Belichtungsmessung arbeiten, über den Live View der Kamera arbeiten (Display), oder ein Probefoto machen. (Letzteres würde ich an meiner Stelle immer empfehlen.)

Die Blende

Die Blende ist eine lammellenförmige Schließvorrichtung im Objektiv, die steuert, wie viel Licht auf den Sensor gelangt. Gemeinhin wird die Blendenzahl mit dem Kürzel „f“ angegeben ( z.B. f5,6). Je höher die Blendenzahl, desto geschlossener ist die Blendenöffnung, und je niedriger die Blendenzahl, desto offener ist die Blende ( z.B. offen= f1,8, geschlossener = f11). Des Weiteren ist die Blende für die Schärfe verantwortlich. Je offener die Blende ist, desto größer ist der Unschärfeeffekt (genannt „Bokeh“). Im Gegensatz dazu ist bei einer geschlosseneren Blende die Schärfe durchgängiger. Das heißt, dass im Gegensatz zur offenen Blende (die den Bereich hinter den Schärfepunkt verschwommen Macht), eine geschlossenere Blende das Bild auch abseits des Schärfepunktes schärfer macht. Je weiter geschlossen die Blende also ist, desto durchgängiger ist die Schärfe am Foto. Unten stehend sind Beispiele, die das oben genannte verdeutlichen sollen.

Grundlagen der Fotografie - Blendenvergleich - Fashionladyloves

Grundlagen der Fotografie - Blendenvergleich - Fashionladyloves

Grundlagen der Fotografie - Blendenvergleich - Fashionladyloves

Verschlusszeit (Belichtungszeit)

Die Verschlusszeit regelt, wie lange Licht auf den Sensor gelangt. Bei langen Belichtungszeiten ist ein Stativ oder ein stabiler Untergrund für die Kamera notwendig, um nicht zu verwackeln. Ein Bildstabilisator am Objektiv kann zusätzlich die Belichtungszeiten verkürzen. Wenn man aus der Hand fotografiert, also ohne Stativ, ist Folgendes zu beachten: Je länger die Brennweite des Objektives ist, desto kürzer soll die Verschlusszeit gewählt werden. Wenn man also aus der Hand fotografiert, sollte man sich folgende Faustregel merken: Die Brennweite umgekehrt, entspricht der maximalen Verschlusszeit. Soll heißen: z.B. 50 mm Brennweite entspricht einer Verschlusszeit von max. 1/50 Sekunde ohne das man eine Verwacklung merkt. (Weiters natürlich 200 mm = 1/200 sec. usw). Alles was drunter geht, wirkt sich kritisch auf das Bild aus. Klingt zwar kompliziert, ist aber relativ logisch. Je länger die Brennweite ist, desto eher bemerkt man das Wackeln. Aufgrund dessen sollte man die Verschlusszeit so kurz wie möglich wählen.

ISO Einstellung

Die ISO-Einstellung bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Je höher der ISO-Wert, desto empfindlicher der Sensor. Ein höherer ISO Wert verkürzt natürlich durch die höhere Sensorempfindlichkeit die Verschlusszeit, aber in weiterer Folge erhöht sich mit der ISO-Zahl auch das Bildrauschen der Kamera (dieses ist von Modellen und Herstellern unterschiedlich). Ich verweise hierfür Interessierte auf diesen Link, der das Bildrauschen genau erläutert. Niedrigere ISO-Werte sind bei jeglicher Art der Fotografie erwünscht, die sich bei guter Beleuchtung abspielt. Je weniger Licht zur Verfügung steht, desto sinnvoller ist eine höhere ISO. Bei der Milchstraßen- oder Sternenfotografie sind z.B. ISO-Werte von 3800 und höher von Nöten. Um dies zu verdeutlichen, wurden die unten angeführten Beispiele mit gleicher Verschlusszeit und Blende aufgenommen, aber mit unterschiedlichen ISO-Werten.

Grundlagen der Fotografie - ISO Einstellung - Fashionladyloves

Grundlagen der Fotografie - ISO Einstellung - Fashionladyloves

Grundlagen der Fotografie - ISO Einstellung - Fashionladyloves

Grundlagen der Fotografie - ISO Einstellung - Fashionladyloves

Grundlagen der Fotografie - ISO Einstellung - Fashionladyloves

Grundlagen der Fotografie - ISO Einstellung - Fashionladyloves

Belichtungsprogramme

Jede Kamera bietet dem Benutzer verschiedene Modi für die unterschiedlichen Belichtungssituationen an. Diese Modi stellen die Belichtung für die Bilder auf die für den Kamerasensor optimale Belichtung ein. Dieses kann sehr nützlich sein, aber in bestimmten Situationen können diese Modi nicht den gewünschten Effekt bringen, aber dazu später mehr. Die Programme können am Auswahlrad der Kamera ausgewählt werden. Die hier angegebenen Kürzel beziehen sich auf Modelle der Firmen Nikon und Canon.

Zeitautomatikmodus: (Nikon A / Canon Av)

In diesem Modus kann man die Blendeneinstellung der Kamera manuell einstellen. Die Kamera wählt dazu automatisch die passende Verschlusszeit. Brauchbar ist dieser Modus zum Beispiel bei Porträtaufnahmen oder in der Landschaftsfotografie, wo man bewusst mit der Tiefenschärfe (erzeugt durch Blende) arbeiten will.

Blendenautomatikmodus: (Nikon S / Canon Tv)

In diesem Modus stellt die Kamera automatisch zur manuell eingestellten Verschlusszeit die dazu passende Blende ein. Dieser Modus bietet sich an, wenn das Motiv sich schnell bewegt. (z. B. Sportfotografie, Fahrzeuge oder Tieraufnahmen)

Programmautomatik: (Nikon P / Canon P)

Die Programmautomatik ist eine gute Alternative zur Vollautomatik und bietet die Möglichkeit wichtige Aufnahmeparameter festzulegen. Die Kamera stellt automatisch Blende und Verschlusszeit ein, jedoch kann die ISO-Einstellung wie auch bei den anderen Halbautomatikprogrammen manuell eingestellt werden. Für viele Fotografen das Standardprogramm für 99 % der Aufnahmesituationen.

Vollautomatikmodus: (Nikon Auto / Canon Auto, beides in Grün)

Die Vollautomatik nimmt, wie der Name schon sagt, die Kontrolle über die Kamera im vollen Umfang ein. Verschlusszeit, ISO und Blende wird von der Kamera vollautomatisch gesteuert, um die Belichtung für die Bilder für den Kamerasensor bestmöglich herzustellen. Nur geschieht dies meistens auf Kosten der Bildqualität. Die Vollautomatik dreht die ISO unter Umständen zu weit hoch und man hat starkes Bildrauschen. Dieser Modus wird gern von Fotografie Anfängern benutzt bzw. von Benutzern, die nur ab und zu mal ein Foto schießen. Im Zweifelsfall kann man auf jeden Fall diesen Modus wählen, wenn man mit den Halbautomatiken in gewissen Situationen überfordert ist. Besser ein vielleicht verrauschtes Foto als gar keines. Im Vollautomatikmodus klappt auch mal ganz gern der Blitz auf. Auch in Situationen, wo für den Benutzer scheinbar genug Licht da ist, ist die Kamera oft anderer Meinung. Da es in manchen Situationen nicht erwünscht ist, kann man diesen ganz einfach ausschalten. (Hierfür Stellrad auf das Symbol mit dem durchgestrichenen Blitz stellen).

Manueller Modus: (Nikon M , Canon M)

Da ich gerne die volle Kontrolle über meine Kamera und die Belichtung (und die daraus resultierenden Fotos) habe, ist dieser Modus mein persönlicher Favorit. Er erlaubt die vollständige Kontrolle über die Kameraeinstellung (ISO, Blende, Verschlusszeit) und somit kann man verschiedene Lichtsituationen fotografieren, die mit den Halbautomatikprogrammen niemals möglich wären (z. B. Gegenlichtfotos, Langzeitbelichtungen usw.)

Darüber hinaus verfügen viele Kameras über spezielle Modi und Motivprogramme. Auch Spezialeffekt Programme sind auf manchen Modellen vorprogrammiert. Da dies aber von Hersteller und Modell extrem unterschiedlich ist, empfehle ich den Benutzer, erst mal aufmerksam die Bedienungsanleitung der jeweiligen Kamera genau zu lesen. Ist zwar eine sehr trockene Angelegenheit, aber es hilft die eigene Kamera gut zu verstehen und die Programme sinnvoll einzusetzen.

Bei Fragen bezüglich der oben genannten Themen, oder natürlich auch allgemeinen Fragen dürft ihr euch gerne wieder Melden. 🙂

 

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26 Comments

  • Reply Héloise 2. Mai 2017 at 22:14

    Schöner Post, sehr gut verständlich =) Ich überlege gerade, ob ich mich mal an einem Tele-Objektiv probieren soll, weiß aber noch nicht so genau, was am besten nehmen… =)
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:34

      Vielen Dank. Also was Tele-Objektive angeht kann ich dir nur empfehlen, dir eines mit Bildstabilisator zu kaufen. Die Teile sind zwar teurer, aber der Stabilisator hilft dir dabei wesentlich unverwackelte Bilder zu machen. 😉

  • Reply Nobby 1. Mai 2017 at 22:50

    Hallo,
    Schöner Beitrag an sich der alles recht gut und einfach erklärt.
    Allerdings scheint sich heutzutage keiner mehr die Mühe zu machen, das Handbuch
    der eigenen Kamera zu lesen, sei es als gedrucktes Werk oder Pdf.
    Dort steht nämlich genau zu diesem Thema alles genau drin.

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:31

      Danke. Ja, das studieren des Handbuches ist nicht Jedermanns Sache und einigen auch zu Zeitaufwendig. Fairerweise muss man sich aber eingestehen, dass das Handbuch oftmals sehr verwirrend ist bzw. diverse Funktionen nicht ausreichend oder genau erklärt werden. Da ist es dann schon toll wenn man sich quasi auf Knopfdruck im Internet über die Sachen die einen interessieren informieren kann.

  • Reply Tina Carrot 1. Mai 2017 at 13:36

    Wow, was ein super Beitrag – herzlichen Dank an deinen Fotografen dafür! Ich sauge ja Fotografie-Tipps auf wie ein Schwamm, da ich sehr an dem Thema interessiert bin, vielen Dank dafür! 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Tina

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:27

      Bitte gerne 🙂 Da geht es mir gleich wie dir, ich verschlinge auch so ziemlich jede Lektüre zu dem Thema um mich und meine Bilder laufend zu verbessern 🙂 Wünsche dir viel Erfolg weiterhin

  • Reply Carmen 1. Mai 2017 at 12:41

    Ein sehr toller und interessanter Gastbeitrag! Das mit dem Fotografieren ist echt so eine Sache. Früher habe ich mich noch viel schwerer getan, doch je mehr ich übe, desto besser geht es. Diese Tipps werde ich mir auf jeden Fall auch nochmals zu herzen nehmen 🙂
    Liebst, Carmen – http://www.carmitive.com

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:25

      Vielen Dank 🙂 Übung macht bekanntlich den Meister. Und je öfter und intensiver man sich damit beschäftigt, desto besser werden die Bilder 🙂 Viel Erfolg weiterhin

  • Reply Marco 1. Mai 2017 at 12:05

    Wow – der Beitrag ist super erklärt und total hilfreich – vielen Dank dafür! Vor allem die Fotos veranschaulichen noch mal super die Erläuterung. Gerne mehr davon. 🙂

    LG
    Marco

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:23

      Vielen Dank 🙂 Ja, in Zukunft werden wir gerne mehr davon posten

  • Reply Miss Classy 30. April 2017 at 22:18

    Ein ganz toller Beitrag. Werd ich gleich mal meinem Mann zum Lesen zeigen. Zum Glück steh ich nur vor der Kamera, mit den ganzen Einstellungen unserer Spiegelreflexkamera kenn ich mich nämlich überhaupt nicht aus. 😉
    Liebe Grüße
    Doris
    http://www.miss-classy.com

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:22

      Bitte gerne 🙂 Viel Erfolg weiterhin 🙂

  • Reply Kati 30. April 2017 at 21:13

    Vielen Dank für diese tollen Vergleichsbilder, sehr anschaulich!

    Liebe Grüße,
    -Kati
    Almost Stylish

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:21

      Bitte gerne 🙂 Ohne den Vergleichsbildern wäre das ganze bloß ein Patzen Theorie den wohl kaum einer zu Ende lesen würde 😀

  • Reply Sassi 30. April 2017 at 18:59

    Danke für diese sehr hilfreichen Profitipps.
    Mit den Beispielsbildern unterlegt wird das Ganze sehr anschaulich.
    Again what learned. Vielen Dank
    Liebe Grüße
    Sassi

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:20

      Bitte gerne 🙂

  • Reply Katta 30. April 2017 at 15:14

    Sehr schöner Eintrag! Ich selbst habe mich schon öfters mit dem Thema auseinandergesetzt, bin aber fast immer gescheitert. Ich bin ein Mensch der das dann ausprobieren muss, weil es mir manchmal schon schwer fällt die Zusammenhänge ganz zu begreifen. Das ist mir erst bewusst geworden, als ich an der Uni mal eine Vorlesung über Fotofgrafie besucht habe und gecheckt habe wieviel Mathe und Physik dahintersteckt. Beides Fächer mit denen ich an der Schule damals überhaupt nichts anfangen konnte!

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA || INSTAGRAM

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:19

      In Mathe und Physik hatte ich auch immer meine Schwierigkeiten 😀 Aller Anfang ist schwer, aber mit viel Übung und vor allem Lust an der Sache mausert man sich heraus und bringt tolle Bilder zustande. Viel Erfolg weiterhin 🙂

  • Reply Jimena 30. April 2017 at 14:33

    Wow, das ist wirklich ein sehr toller Gastbeitrag, gerne mehr davon! 🙂

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:17

      Bitte gerne. 🙂 Ja, wir werden natürlich diese Blogpost weiter machen 🙂

  • Reply Lara 30. April 2017 at 14:15

    Ein wirklich sehr interessanter und hilfreicher Post!
    Vielen Dank dafür 🙂

    Liebe Grüße,
    Lara
    http://www.likethewayidoit.de/?m=1

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:16

      Sehr gerne 🙂

  • Reply Denise 30. April 2017 at 13:04

    Der Beitrag ist so toll. Da versteh so gar ich als Spiegelreflex Neuling um was es geht. Daraus kann ich wirklich sehr sehr viel lernen. Danke vielmals für diesen informativen Artikel!

    Liebste Grüße Denise
    http://www.neumodisch.com

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:16

      Bitte gerne. 🙂 Gerade am Anfang ist es wichtig, die Grundlagen der Fotografie zu begreifen und in weiterer Folge die technische Ausrüstung richtig zu bedienen. 🙂 Wünsche dir viel Erfolg weiterhin

  • Reply L♥ebe was ist 30. April 2017 at 8:53

    ich finde es super cool, dass ihr so einen detaillierten Einblick in euer Kamera-Equipment und die Grundlagen des Fotografierens gebt!
    vieles bringt man sich am Anfang ja selber bei, aber es ist immer hilfreich, wenn man erstmal ein paar Tipps bekommt. gerade was Belichtung und Blende angeht, entsteht am Endergebnis ein so großer Unterschied, wenn man weiß wie man damit umgeht.
    das Wichtigste ist meiner Meinung immer, dass man wirklich gut mit seiner eigenen Kamera umgehen kann. daher gehört auch immer ein bisschen Try&Error dazu 😉

    habt ein tolles Wochenende,
    ❤ Tina von Liebe was ist

    • Reply Mathias 3. Mai 2017 at 9:13

      Da bin ich ganz deiner Meinung. Wer die Technik beherrscht kann von vorne herein schon sehr viel aus den Bildern herausholen. 🙂

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